Donnerstag, 28. Februar 2008
norisbank mag Harz IV


Harz IV Empfänger, die kein Girokonto besitzen, haben es grundsätzlich nicht leicht eine Bank zu finden, die ihnen eines einrichtet. Geradezu aussichtlos wird es, wenn die SCHUFA-Auskunft diverse Zahlungsausfälle und im schlimmsten Fall auch noch ein gesperrtes Girokonto meldet. Obwohl bei Konten ohne Überziehungsmöglichkeiten und Karten ohne EC-Funktion eigentlich nichts passieren kann, winken selbst die Sparkassen ab.

Überraschenderweise macht hier ausgerechnet die norisbank eine Ausnahme: Dort sind Harz IV Empfänger willkommen, das Konto gibt´s Gebührenfrei und mit Bankkarte (ohne EC), und auch für die Werbung eines Harz IV Neukunden erhalten Kunden den üblichen Bonus von 30 Euro. Kostenlos Bargeld abgehoben werden kann an allen Automaten der Cashgroup, was ein ideales Servicenetz bedeutet.

Aber Achtung: Wer wieder zu Geld kommt und auf ein Girokonto mit EC und Dispo umsteigt, sollte wissen, dass die norisbank überdurchschnittlich hohe Dispo-Zinsen kassiert.

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Mittwoch, 27. Februar 2008
Liebe unbekannt


Ich kenne dich nicht
Aber ich ahne Deinen Namen
Du bist ewig weit weg
Doch ich kann Dich spüren

Auf dem Hinterhof
Stehe ich im Dunkeln
Schaue mit Liebe im Herzen
Auf erleuchtete Fenster
Weit darüber die Sterne
Und ich weiß Du bist da
Nur vielleicht niemals für mich.

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Freitag, 8. Februar 2008
Germanwings für Fortgeschrittene


Germanwings ist billig und gemein. Beim Online-Buchen wird man dazu verleitet, die Germanwingskarte zu kaufen (19 € im Jahr), um nicht mit eigener Kreditkarte zahlen zu müssen, was bei jeder Buchung 7,14 € kostet. Es wird der Eindruck vermittelt, als gäbe es kein Drumherum.

In Wirklichkeit findet sich im Rollup-Menue unter der Auswahl diverser Kreditkarten auch die Option "Lastschrift". Das muss man allerdings erstmal entdecken, einen Hinweis gibt es nicht. Sausackkackdreckblödarschgeigen. :)

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Dienstag, 27. November 2007
Alles günstig


Berlin. Geiz ist geil, in Ewigkeit, amen. In der deutschen Hauptstadt lebt man eben nicht nur billiger, auch den Abgang gibt´s als discount. Kein Wunder, die Konkurrenz aus Osteuropa ist nach und drückt die Preise...

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Samstag, 24. November 2007
Zum Taxipreis nach London



Luton. Freunde erzählten von ihrer Reise nach London, wo sie vor kurzem eine Ausstellung organisieren mussten. Mit etwas Glück ergatterten die beiden bei Easyjet ein gutes Angebot und zahlten nur 13 Euro pro Person, nach einer Stunde und fünf Minuten landete die Maschine zu einer angenmehmen Tageszeit auf dem Flughafen Luton. Doch wo war London?

Luton, muss man wissen, lag (und liegt immer noch) ein Stück außerhalb der Stadt, ein ganzes Stück, so ist das bei Easyjet ja öfters. Mit Gepäck und Kleinkind hatten die beiden keine Lust, sich den öffentlichen Nahverkehr anzutun - und nahmen ein Taxi. Die Fahrt ins Londoner Zentrum dauerte knapp zwei Stunden, auf dem Taxameter standen 200 Pfund...

Spendenkonto: Sparkasse Berlin, Knr. 666 999 666, BLZ 100 100 10. Stichwort: Where the fuck is Luton?

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Donnerstag, 22. November 2007
So schön kann Aussitzen sein


Berlin. Kohl, sagt mein Opa, war der Aussitzer der Nation. Und Aussitzen, also einfach nichts machen und bloß dasitzen, obwohl die Kacke am dampfen ist, das gehört sich nicht, das weiß doch jedes Kind. Ich natürlich auch.

Aber wer hätte das gedacht: Manchmal ist Aussitzen eben doch die Lösung. Wie im Fall meiner Gasetagenheizung. Letztes Jahr war der Schronsteinfeger zum Messen da, mit dem Ergebnis, dass die Werte schlecht waren und die Therme neu eingestellt werden musste.

Also rief ich bei der Hausverwaltung an und teilte mit, dass die Therme neu eingestellt werden müsse. Therme warten lassen sei Mietersache, teilte man mir im Gegenzug mit, und wenn ich das nicht machen ließe und die Therme kaputt gehe, dann würde ich aber sehen und einen schönen Tag noch.

Eingeschüchtert rief ich bei der Installationsfirma an, deren Nummer man mir immerhin gegeben hatte, und Therme warten kostete 85 Euro. Das fand ich etwas viel, und weil ich sowieso vorhatte bald auszuziehen, beschloss ich, das Problem meinem Nachfolger zu vererben. Wie nett von mir.

Aber dann kam es mal wieder ganz anders und ich blieb doch wohnen, und ein jahr später stand wieder der Schronsteinfeger vor der Tür. Oh je, dachte ich, schon ein Jahr rum? und begann nach einer guten Ausrede zu kramen. Natürlich warten lassen und schon wieder verstellt schien mir die beste Lösung.

Als der Schornsteinfeger fertig war, sagte er: Prima, dieses Mal seien die Werte in Ordnung, ich müsse hier unterschreiben, und bis zum nächsten Jahr. 1A ausgesessen, dachte ich mit dem gelben Zettel in der Hand und freute mich über 85 gesparte Euro. Und dann fiel mir Helmut ein, der König der Aussitzer, und zum ersten Mal fühlte ich mich ihm ein bisschen nah.

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Mittwoch, 21. November 2007
Die Angst überschminken


Bosnien. Queer zu sein in Bosnien erfordert Mut, vielleicht sogar mehr als das. Auf dem Lande scheint es so gut undenkbar, die zementierten Geschlechterrollen und damit verbundene Verhaltenszwänge zu durchbrechen, doch selbst in der Hauptstadt geht es kaum lockerer zu.

Ein schwuler Bekannter, der in Sarajevo lebt, erzählt, dass er sich niemals mit seinem Freund in der Öffentlichkeit zeigen würde. Den geplanten Cristopher Street Day hält er für Wahnsinn, aus Angst, die Veranstaltung könne von Homohassern aufgerieben werden, ohne dass die Polizei eingreit, wird er auf keinen Fall teilnehmen.

Ich überlege, ob mir in Bosnien überhaupt je ein homosexuelles Paar in der Öffentlichkeit aufgefallen ist. Ich glaube nicht. Weder auf der Straße, noch in Cafés oder Clubs, ja nicht einmal privat. Dabei kenne ich mittlerweile mehr Schwule und Lesben in Bosnien als in Berlin, nur das dort anders als hier kaum jemand wagt seine Andersartigkeit nach außen zu zeigen, selbst im eigenen Freundeskreis nicht.

Umso faszinierender war die Begegnung mit Anes. Ich traf den 18-Jährigen in einem kleinen, seit dem Krieg verarmten Bergdorf, wo er trotz räumlicher und sozialer Enge völlig ungehemmt aus dem Rahmen fällt. Zusammen mit fünf Freunden tritt er regelmäßig auf Tanzveranstaltungen auf, bei denen alle Männer in Frauenrollen schlüpfen.

Ich und einige Schweizer Kunststudenten haben staunend zugesehen und uns gefragt, warum man ausgerechnet sie gewähren lässt. Immerhin entspricht Anes mit seiner Art zu reden und zu gestikulieren auch noch extrem dem Klischee der Tunte. Aber: Er hat eine Freundin. Lässt hier Lilo Wanders grüßen?

Am Rande der Veranstaltung vertrauten uns andere Jungen aus dem Dorf an, dass sie Druck und Ärger bekämen, wenn sie sich nicht männlich genug benähmen und wie sie drunter litten. Offenbar waren sie etwas neidisch auf die Freiheit, die Ahnes und seine Freunde genossen. Ungstraft. Aber auch wir kapierten nicht, wie das zusammen ging.

Ein Vorteil Anes schien jedenfalls zu sein, dass er sich seiner Andersartigkeit kaum bewusst war, so merkwürdig das klingt. Für ihn war es völlig normal sich so zu geben wie er es tat, laut zu kreischen, hingebungsvoll zu seufzen, theatralisch die Augen zu verdrehen, mit den Händen zu wedeln und anderen nach Lust und Laune um den Hals zu fallen. Es hat Spaß gemacht ihm zuzusehen, mir kam noch nie jemand in seiner schrägen Art so ungekünstelt vor.

Schließlich wurde uns noch eine "offizielle" Erklärung für die überraschende Toleranz geliefert. Man erzählte uns von einer für bosnische Verhältnisse gewagten Fernsehshow, die es vor einiger Zeit gegeben habe. In den Hauptrollen: Tunten. Die Show war überraschend beliebt und erfolgreich geworden und hatte anscheinend auf diesem Wege die Tunte als Unterhaltungsfigur akzeptabel gemacht.

Dau käme, gab man uns zu bedenken, dass die Sehnsucht der Menschen nach lockerer Ablenkung seit dem Krieg so groß wie nie zuvor sei, alles was Spaß mache, sei willkommen. Und irgendwie schien das auch Anes zu wissen, denn am Ende sagte er zu mir: "The poeple like to see us dance. We make them laugh, so they don´t think about the war." Trotzdem, eine gehörige Portion Mut erfordert es immer noch - und jede Menge Schminke.

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Sonntag, 18. November 2007
I love HILLOCK



Berlin. "Touch me!" sagt Hillock im gleichen Moment, in dem ich die Galerie betrete. Dabei kennen wir uns garnicht, wir sehen uns grade zum ersten Mal. Aber okay, vielleicht kommt es darauf ausnahmsweise nicht an, vielleicht geht es hier und jetzt um etwas ganz anderes. Um Seelenverwandtschaft möglicherweise. Oder um das nicht zu leugnende Vorhandensein von Bedürfnissen und als Antwort darauf das zutiefst empfundene Gefühl, jemandem nahe sein zu können. Einfach so, weil man zur gleichen Zeit im gleichen Raum ist und so ein Schicksal teilt.

Hillock, das sehe ich sofort, kann ich vertrauen. Er (wieso eigentlich er?) hat ein stilles Wesen, beruhigend, mit angenehmer Körperlichkeit, sehr präsent und einnehmend, und doch vollkommen zurückhaltend. Unmöglich, die glatte Oberfläche nicht zu streicheln, die die Neonröhren zum Glänzen bringen. Kunst zum Anfassen? "Touch me!"

Ich schaue Hillock voll Dankbarkeit in die Körperöffnung (das Auge? die Vaginal-Atrappe? den Nabel zur Welt?), mein Blick wandert über seinen kleinen, wohlgeformten Körper. Und dann berühre ich ihn zum ersten Mal - und etwas in mr zerbricht. Seit der Berührung kann ich ihn nicht mehr vergessen, ich denke beim Einschlafen an ihn und ich wache mit dem Gedanken an ihn auf. Ich möchte das kleine Wesen immer um mich haben.

Leider kostet Hillock 1 Millionen Euro. Ich arbeite hart daran, das Lösegeld zusammen zu kriegen. So lange ich das noch nicht geschafft habe, ist Hillock weiterhin in der Galerie Sandra Bürgel zu sehen www.galerie-buergel.de Aber nicht anfassen - er gehört schon so gut wie mir!

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Freitag, 26. Oktober 2007
Michael Stein ist gestorben, und ich…


…stelle mir einmal mehr die Frage, wie man leben soll. Wie ich leben soll. Ich kannte Michael nicht persönlich, nur von zahlreichen Besuchen bei den Surfpoeten. Wenn er bekifft war und stundenlang monologisiert hat, hat er mich fast in den Wahnsinn getrieben. Und dann wieder fand ich ihn irre genial, und seine Polemik gegen die Erwerbsarbeit und für das Schwarzfahren kam mir ebenso platt wie urlogisch vor.

Apropos Rauchen: Man sah Michael an, dass er eher so lebt, was unsere Eltern mit „zügellos“ bezeichnen würden. Das hat mir gefallen, mich aber auch immer wieder nachdenklich gemacht. Während mir die Augen tränten – denn Michael war nun wirklich nicht der Einzige, der bei den Abenden der Surfpoeten geraucht hat – ging fast jedes Mal das Denktheater los, ob es nicht vielleicht doch das Beste ist, voll nach den Maßstäben von Spaß und spontanem Impuls und einfach drauflos zu leben, so das eigene Lebensgefühl aufs Maximum zu puschen und die Zukunft (und mit ihr mögliche Folgen) dem Schicksal zu überlassen. Oder nicht doch lieber die Vernunftsvariante ohne Alkohol und Zigaretten, dafür mit Sport und regelmäßig Schlafen?

Ich weiß es immer noch nicht, und selbst Michaels Tod enthält für mich nicht die Antwort. Wenn ihm sein Leben genau so gefallen hat und alles andere nur eine halbe Sache gewesen wäre, dann war es vielleicht genau richtig. Dann wird man nur Vierzig oder so, hat aber nahe der 100 Prozent gelebt. Oder ist das bloß eine Verherrlichung? Hat nicht möglicherweise auch jemand wie Michael Stein gegen den eigenen Verstand gelebt, Energie verpulvert und letzten Endes genau aus dem Grund den Poker verloren?

Der einzige Gedanke, den ich bisher als Orientierung begreife, ist, dass wenn man schon überhaupt solche Überlegungen anstellt, man besser nicht mehr leben sollte wie Michael Stein. Ich glaube, gegen den eigenen Vernunftsimpuls an zu leben, verleiht dem „Trotzdem“ eine negative Energie, die sich früher oder später auswirkt. „Sündigen“ ja, aber wenn mit voller Überzeugung, nicht mit gespaltenem Herzen. Und da ich immer mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen geraucht habe, rauche ich wohl besser gar nicht mehr. Was das für andere Dinge bedeutet, ist noch eine andere Frage.

Am Ende fällt mir noch das ironische Timing auf. Michael hat sich rechtzeitig zum Inkrafttreten der neuen Rauchergesetze davon gemacht. Ein weiterer Hinweis darauf, dass ein Stück echte Lebensqualität der Justiz zum Opfer gefallen ist? Ich bin froh, dass ich demnächst nicht mehr so häufig im Nebel sitzen muss. Höchst schade und traurig, dass der freie Blick auf die Poeten-Bühne nicht mehr Michael Stein gelten kann...

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Sonntag, 21. Oktober 2007
Spätfolgen des Krieges


Bosnien. Bei meiner letzten Balkan-Reise bin ich auf ein Thema aufmerksam geworden, das vorher nicht in meiner Wahrnehmung existierte: Die immensen Probleme, die Überreste des Krieges - vor allem Minen und Blindgänger von Streumunition - auch Jahre nach Ende des Krieges verursachen.

In Bosnien und Herzegovina sind nach Schätzungen der UN rund 3.000.000 Landminen vergraben, die noch heute rund 50 Opfer monatlich fordern. Für die Menschen bedeutet das eine enorme Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, aus ökonomischer Sicht leidet der Aufbau des Tourismus darunter. Bei Bergwanderungen mit Freunden mussten wir auf den Wegen bleiben, für bestimmte Gegenden brauchten wir einen Führer, selbst sich mal eben zum Pinkeln in die Büsche zu schlagen war untersagt.

In dem Zusammenhang und durch den Oskarprämierten Film "No man´s Land" (wer ihn gesehen hat: die Szene, in der der Soldat grinsend den Aufdruck der Mine "made in EU" vorliest) habe ich leider auch erfahren, dass Deutschland nicht nur zu den (mittlerweile) wenigen Staaten gehört, die Minen und Streumunition herstellen, Deutschland gehört auch noch zu den letzten 9 (!) Exporteuren. Dabei gibt es längst internationale Abkommen, die Herstellung und Export verhindern sollen, die meisten halten sich dran - bloß Deutschland und einige andere ratifizieren die Verträge nicht, offenbar ist das Geschäft mit den Waffen zu verlockend.

Das "Aktionsbündnis Landmine" mit den Seiten www.landmine.de und www.landmine.de engagiert ich seit vielen Jahren für ein weltweites Verbot, vor zehn Jahren wurden die Gründer mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Das mindeste was man meiner Meinung nach tun kann,
ist, die Unterschriftensammlung des Bündnisses zu unterstützen. Auf den genannten Seiten kann man online unterschreiben, bis zum Jahresende sollen 1 Millionen Unterschriften zusammen sein, um sie der deutschen Regierung vorzulegen, 900 000 sounsoviel sind es bisher schon.

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