Sonntag, 18. November 2007
I love HILLOCK



Berlin. "Touch me!" sagt Hillock im gleichen Moment, in dem ich die Galerie betrete. Dabei kennen wir uns garnicht, wir sehen uns grade zum ersten Mal. Aber okay, vielleicht kommt es darauf ausnahmsweise nicht an, vielleicht geht es hier und jetzt um etwas ganz anderes. Um Seelenverwandtschaft möglicherweise. Oder um das nicht zu leugnende Vorhandensein von Bedürfnissen und als Antwort darauf das zutiefst empfundene Gefühl, jemandem nahe sein zu können. Einfach so, weil man zur gleichen Zeit im gleichen Raum ist und so ein Schicksal teilt.

Hillock, das sehe ich sofort, kann ich vertrauen. Er (wieso eigentlich er?) hat ein stilles Wesen, beruhigend, mit angenehmer Körperlichkeit, sehr präsent und einnehmend, und doch vollkommen zurückhaltend. Unmöglich, die glatte Oberfläche nicht zu streicheln, die die Neonröhren zum Glänzen bringen. Kunst zum Anfassen? "Touch me!"

Ich schaue Hillock voll Dankbarkeit in die Körperöffnung (das Auge? die Vaginal-Atrappe? den Nabel zur Welt?), mein Blick wandert über seinen kleinen, wohlgeformten Körper. Und dann berühre ich ihn zum ersten Mal - und etwas in mr zerbricht. Seit der Berührung kann ich ihn nicht mehr vergessen, ich denke beim Einschlafen an ihn und ich wache mit dem Gedanken an ihn auf. Ich möchte das kleine Wesen immer um mich haben.

Leider kostet Hillock 1 Millionen Euro. Ich arbeite hart daran, das Lösegeld zusammen zu kriegen. So lange ich das noch nicht geschafft habe, ist Hillock weiterhin in der Galerie Sandra Bürgel zu sehen www.galerie-buergel.de Aber nicht anfassen - er gehört schon so gut wie mir!

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