Sonntag, 21. Oktober 2007
Spätfolgen des Krieges
pandusch, 16:35h

Bosnien. Bei meiner letzten Balkan-Reise bin ich auf ein Thema aufmerksam geworden, das vorher nicht in meiner Wahrnehmung existierte: Die immensen Probleme, die Überreste des Krieges - vor allem Minen und Blindgänger von Streumunition - auch Jahre nach Ende des Krieges verursachen.
In Bosnien und Herzegovina sind nach Schätzungen der UN rund 3.000.000 Landminen vergraben, die noch heute rund 50 Opfer monatlich fordern. Für die Menschen bedeutet das eine enorme Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, aus ökonomischer Sicht leidet der Aufbau des Tourismus darunter. Bei Bergwanderungen mit Freunden mussten wir auf den Wegen bleiben, für bestimmte Gegenden brauchten wir einen Führer, selbst sich mal eben zum Pinkeln in die Büsche zu schlagen war untersagt.
In dem Zusammenhang und durch den Oskarprämierten Film "No man´s Land" (wer ihn gesehen hat: die Szene, in der der Soldat grinsend den Aufdruck der Mine "made in EU" vorliest) habe ich leider auch erfahren, dass Deutschland nicht nur zu den (mittlerweile) wenigen Staaten gehört, die Minen und Streumunition herstellen, Deutschland gehört auch noch zu den letzten 9 (!) Exporteuren. Dabei gibt es längst internationale Abkommen, die Herstellung und Export verhindern sollen, die meisten halten sich dran - bloß Deutschland und einige andere ratifizieren die Verträge nicht, offenbar ist das Geschäft mit den Waffen zu verlockend.
Das "Aktionsbündnis Landmine" mit den Seiten www.landmine.de und www.landmine.de engagiert ich seit vielen Jahren für ein weltweites Verbot, vor zehn Jahren wurden die Gründer mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Das mindeste was man meiner Meinung nach tun kann,
ist, die Unterschriftensammlung des Bündnisses zu unterstützen. Auf den genannten Seiten kann man online unterschreiben, bis zum Jahresende sollen 1 Millionen Unterschriften zusammen sein, um sie der deutschen Regierung vorzulegen, 900 000 sounsoviel sind es bisher schon.
... comment